• Malgorzata Fabricius

Fehlgeburt - Schicksal vieler Frauen

Du bist auf Wolke sieben und freust dich auf die Zukunft. Aber bei der Ultraschalluntersuchung wird dir mitgeteilt, dass das Herz deines Kindes nicht mehr schlägt. Fehlgeburt. Dein Traum endet hier. Die Nachricht ist wie ein Blitz und du landest in Sekunden ohne Fallschirm auf der Erde. Alleine.


Über Fehlgeburten spricht man nicht. Oder nur ein bisschen. Es ist ein Thema, das im Verborgenen bleibt.

Viele Frauen wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Sie machen „die Sache“ nur mit sich aus. Manche sprechen mit ihrer Freundin. Manche mit ihrem Partner, aber das klappt auch nicht wirklich gut. Nur wenige suchen Hilfe.



Warum ist das so?


Schmerzhafte Themen wie Verlust und Trauer haben in unserer Gesellschaft wenig Platz.

Wir wollen uns lieber mit fröhlichen Dingen befassen. Und oft wissen wir gar nicht, wie wir mit den traurigen umgehen sollen.

Wie kann ich meine Trauer schildern ohne die anderen zu belasten?


Man hört Sprüche: Beim nächsten Mal klappt es besser, du bist noch so jung. Das tröstet nicht wirklich.

Es entsteht eher ein Gefühl – „mein Verlust wird nicht wirklich ernst genommen“.

So bleibt es bei vielen ein Geheimnis. Auch, um sich nicht noch mehr verletzt zu fühlen.


Was kommt danach?


Ein Gefühl von Leere und Scham. Schuldgefühle und Selbstzweifel. Am stärksten ist das Gefühl allein gelassen zu werden. Das war zumindest bei mir so. Aber vielleicht empfindest du es anders.


Das wichtigste in dieser Zeit ist: Du erlaubst dir zu trauern. Das bedeutet sich Zeit nehmen – für deine Gefühle und Bedürfnisse. Und das auch nach außen zu kommunizieren. Du musst nicht sofort „die alte“ sein.


Reden tut gut. Wenn du niemanden hast oder dich am Anfang nicht traust offen darüber zu sprechen, dann nimm ein Stück Papier und schreib alles auf, was dir in den Sinn kommt. Das bringt eine enorme Erleichterung.


Es ist gut sich zu verabschieden. Das muss kein großes Ritual sein, manchmal reicht eine kleine Geste – Blumen kaufen, Kerze anzünden, einen Spaziergang im Wald. Wichtig ist, es bewusst zu tun. Das schafft enorm viel Raum.



Viele Frauen wissen gar nicht, dass sie Hilfe brauchen


Eine Fehlgeburt ist ein traumatisches Erlebnis.


Wenn du nach Jahren noch das Gefühl hast, dass die Trauer hochkommt, oder wenn Gefühle von Schuld, Scham und Leere noch in deinem Leben präsent sind – dann arbeitet es noch in dir.


Es ist gut sich damit auseinanderzusetzen. Mir hat es geholfen.

Und ich sehe in den Coachingsitzungen, die ich anbiete, dass es auch anderen Frauen hilft.


Wie war für dich der Verlust damals und wie ist es heute? Wie sehr hat die Fehlgeburt dich und dein Leben geprägt? Wie sehr hast du dich selbst dadurch verändert? Ist das Gefühl von Scham noch da? Oder fühlst du dich noch schuldig? Welchen Einfluss hat die Fehlgeburt auf deinen Körper? Kannst du ihm noch vertrauen?


Wir sind Meister im Verdrängen aus Angst vor seelischen Schmerzen.

Doch das funktioniert meistens nur eine Weile gut, früher oder später holt uns das Verdrängte ein. Entweder zeigt es sich in anderen Lebensbereichen, oder der Körper wird krank.


Darum geht es in den Coachingsitzungen. Du wirst dir über Dinge, Gefühle und Emotionen bewusst, die du verstoßen hast. Danach fühlst du dich freier.





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